Independents


Was sind Independents und Majors?
Neben
den großen Studiogesellschaften, wie Warner, Fox, Paramount etc.
(Majors), gibt es eine Vielzahl von unabhängigen Produzenten
(Independents). Während die Majors jeweils über ihr eigenes weltweites
Filialnetz zum Vertrieb ihrer Filme verfügen, muss der Independent seine
Produkte – meist Land für Land – an unabhängige
Vertriebsgesellschaften, meist mittelständische Unternehmen, verkaufen.
Doch in den letzten Jahren kommt es immer häufiger vor, dass die
Major-Vertriebe dem Independent-Produzenten die Rechte seines Films
abkaufen und somit den lokalen Independent-Vertrieben den Zufluss von
Produkten verknappen.
Der Vertrieb hat zwei Investitionen
aufzubringen: Zum einen den Kaufpreis für die Rechte exklusive der
Erlösbeteiligung des Produzenten (so genannte Minimumgarantie) und zum
anderen die eingangs beschriebenen Herausbringungskosten, die im
Einzelfall den Kaufpreis für die Rechte deutlich übersteigen können. Für
die gesamte Verwertungskette ist die Qualität des initialen Marketings
im Kino entscheidend, denn hier entsteht der Bekanntheitsgrad – oder
Awareness – eines Spielfilms, was auch nach Jahren einen deutlichen
Einfluss sowohl auf den Absatz von DVDs als auch auf die Einschaltquoten
im Fernsehen hat.
Die Finanzierung von Rechten ist dabei ungleich leichter als die Finanzierung von P & A (zumindest in Deutschland und Europa). Schließlich stellen die Rechte eines bekannten und guten Spielfilms eine valide Bilanzposition dar. Die P & A-Kosten muss der Independent in aller Regel aus eigenen Mitteln darstellen und diese sind zumeist limitiert. Finanzierungsinstrumente für P & Agibt es in Deutschland bislang nicht – während in den USA P & A-Fonds seit langem fest etabliert sind. In den USA gibt es eine deutlich buntere und vielfältigere Landschaft in der Independent-Filmproduktion und -Verwertung als in Deutschland, die ohne solche P & A-Finanzierungsinstrumente undenkbar wäre. Somit fördert dieses P & A-Konzept auch die deutsche Independent-Landschaft.
Was sind Independent-Filme?
Während die Herstellungskosten der großen Studioproduktionen in den letzten Jahren stetig gestiegen sind und immer häufiger die 100-Mio.-Dollar-Grenze übersteigen, setzen die Independent-Produzenten tendenziell eher auf kleinere und mittlere Budgets. Inhaltlich setzen die Majors auf „Altbewährtes“. Die Independent-Produktion war schon immer die Quelle von Innovationen und schneller beim Erkennen und Aufgreifen neuer Trends.
Es wäre jedoch falsch, den Independent-Film mit Low-Budget-Produktion gleichzusetzen. Schließlich waren auch Großproduktionen wie „Titanic“ und „Herr der Ringe“ Independent-Produktionen. Man kann jedoch feststellen: Der Independent-Produzent geht ein höheres Risiko bei der Auswahl seiner Stoffe ein – hat dafür jedoch auch eine deutlich größere Chance auf eine hohe Return-Rate. An dem Risiko der Stoffauswahl nimmt die panda GmbH & Co. KG jedoch nur bedingt teil. Der Einstieg der Gesellschaft erfolgt erst dann, wenn der Film fertig gestellt ist und somit auch die ersten Zuschauerreaktionen durch Pressevorführungen, Festival- und Filmmarkt-Screenings erkennbar sind. Darüber hinaus sind in aller Regel die ersten Kinoergebnisse aus dem Ursprungsland, meist USA, bereits bekannt. Dies gibt zumindest eine Bandbreite vor, innerhalb derer sich die Zuschauerzahlen in Deutschland bewegen können. Über ihren Anteil an den Überschüssen aus der Kinoauswertung ist die panda GmbH & Co. KG somit bei eingeschränktem Risiko jedoch sehr wohl an den hohen Chancen beteiligt. Zudem besteht eine weitere Absicherung durch Erlöse aus DVD/Video.